Auf dem Weg zu einer menschenwürdigen ProduktionDas neu gegründete Bündnis "Fair handel(n) in Aachen" will Händler und Konsumenten über Missstände aufklärenAACHEN. Die Globalisierung führt weltweit zu erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei sind die westlichen Industrienationen besser aufgestellt, als die Länder der Dritten Welt. Vielfach wird von Globalisierungskritikern angemahnt, dass der Wohlstand der sogenannten Ersten Welt auf Armut und Ausbeutung der Dritten Welt basiere. Gewöhnlich freuen sich Verbraucher über niedrige Preise. Diese Preise sind jedoch häufig nur durch rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter oder durch Kinderarbeit möglich. Im "Eine Welt Forum Aachen" kamen jetzt Vertreter verschiedener Menschenrechtsorganisationen, Hilfswerke, Verbraucherorganisationen und des städtischen Agendabüros zusammen, um ein lokales Bündnis für einen* fairen Umgang im Handel zwischen armen und reichen Ländern zu gründen. Mit dem Stichwort "Fairer Handel" werden meist nur klassische Kolonialwarenprodukte wie Kaffee, Tee oder Bananen in Verbindung gebracht. Tatsächlich stellen diese Produkte jedoch nur einen kleinen Teil des Handelsvolumens Zwischen Nord und Süd dar. Die meisten im Alltag verwandten Produkte werden mit Rohstoffen aus der Dritten Welt hergestellt oder direkt aus diesen Ländern importiert. Dazu gehören neben Elektronikartikeln auch Kleidung, Spielwaren und sogar Blumen oder Grabsteine. Das Bündnis "Fair handel(n) in Aachen", dem sich bereits das Agendabüro der Stadt, Terre des hommes, FoodFirst Inormation & Action Network, die Evangelische Studentengemeinde, das Eine Welt Forum, der Aachener Weltladen und die Verbraucherzentrale angeschlossen haben, wendet sich mit seinen Forderungen sowohl an die Öffentlichkeit als auch an den örtlichen Handel und die Lokalpolitik. Dabei sollen Händler und Konsumenten besonders auf Missstände bei der Produktion in betroffenen Ländern hingewiesen werden. "Es geht nicht um Anklage, sondern um Zusammenarbeit", beschreibt Jan Salzmann von Terre des hommes die Ziele des Bündnisses. Zudem würden immer mehr Verbraucher nicht nur auf den Preis sondern auch auf Qualität und saubere Produktionsbedingungen achten. Das sollte für Händler und Produzenten ein wichtiges Kriterium sein. Die Zusammenarbeit im Bündnis ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. "Positive Beispiele Aachener Firmen werden auf einer eigenen Homepage vorgestellt", so Mona Pursey vom Eine Welt Forum. Mehr Informationen über die Arbeit des Bündnisses gibt es beim Eine Welt Forum Aachen, Tel.: 0241/89 44 95 60.
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