Bei den Arbeitsbedingungen hört der Spaß am Spiel oft auf

Bündnis "Fair handel(n) in Aachen" sucht Dialog mit lokalen Spielwarenhändlern. Gerade vor Weihnachten herrschen häufig unwürdige Zustände

AACHEN. Während im Grenzland langsam der Herbst Einzug hält, ist das Weihnachtsfest für die meisten noch weit entfernt. Doch in den zahllosen Spielzeugfabriken in Asien laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Damit auf dem hart umkämpften Markt das Spielzeug noch preiswerter angeboten werden kann, müssen vor allem junge Frauen und Mädchen häufig unter un-

würdigen Bedingungen arbeiten. Das Bündnis "Fair handel(n)" in Aachen, dem neben dem Eine Welt Forum, dem Aachener Weltladen, der Evangelischen Studierenden Gemeinde, die Menschenrechtsorganisationen FIAN und "terre des hommes" angehören sowie die Verbraucherzentrale Aachen und das Agenda Büro der Stadt Aachen, setzt sich für gerechtere und menschenwürdigere Produktionsbedingungen ein.

"Spielen macht Spaß. Doch der Spaß hört da auf, wo die Spielwaren möglichst billig und unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden", betont Ute Wendt von der Aachener "terre des hommes"-Gruppe. "Um die unhaltbaren Zustände bei der Spielzeugproduktion zu verändern müssen Hersteller, Importeure, Spielwarenhändler und Kunden zusammenarbeiten", erläutert Ute Wendt. "Schon jetzt haben bereits 16 deutsche Spielwarenhersteller erklärt, nur Lieferanten zu akzeptieren, die den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) einhalten." Damit die Aachener Kunden nun gezielt Spielwaren von zertifi-zierten Firmen einkaufen können, hat das Bündnis Kontakt zu den Aachener Spielwarengeschäften gesucht. "Leider blieben unsere Schreiben bisher von allen Aachenern Spielzeughändlern unbeantwortet", bedauert Dr. Jan Salzmann vom Bündnis Fair handeln(n). "Dabei geht es uns gar nicht um eine Anklage, sondern um Zusammenarbeit. Immer mehr Verbraucher achten nicht nur auf den Preis sondern auch auf Qualität und saubere Produktionsbedingungen. Gerade beim Spielzeug soll die Freude der Familien nicht durch rücksichtslose Ausbeutung oder Kinderarbeit getrübt werden. " Noch im Oktober soll ein erneuter Versuch unternommen werden, mit dem Handel ins Gespräch zu kommen, damit dieser etwa gezielt auf Produkte hinweist, die ohne Kinderarbeit und unter Berücksichtigung von sozialen Mindeststandards hergestellt wurden.